Zahlreiche Pflanzen der Roten Liste auf dem Golfplatz Andermatt

20. Februar 2024

«Die Flora des Golfplatzes Andermatt ist von aussergewöhnlicher Vielfalt, Seltenheit und Schönheit» – zu diesem Schluss kommen die Botanikerin Elisabeth Danner und der Naturwissenschaftler Heinz Bolzern. Die Fachkommission Ökologie des Golfplatzes hat die beiden Fachleute engagiert für eine Bestandesaufnahme der Vegetation auf dem Golfgelände. Bei der Erfassung sind sie auf zehn Rote Liste-Arten gestossen.

Für die Erfassung der unterschiedlichen Pflanzen begaben sich Bolzern und Danner mehrmals auf den Andermatt Golf Course. Sie schauten sich die ursprünglichen, extensiv genutzten und naturbelassenen Teile innerhalb des Golfplatzareals an. Dabei konzentrierten sie sich auf einen zusammenhängenden Extensiv- und Wildnis-Bereich im West- und im Nordteil mit einer Gesamtfläche von rund 34 Hektar. Im Fokus standen drei Abschnitte in der vorwiegend trockenen Hangzone und ein Abschnitt in der feucht-nassen Ebene. Die Untersuchung verfolgte einen floristischen und einen pflanzensoziologischen Ansatz.


Floristisch konzentrierte sich die Analyse auf die Erfassung aller Rote Liste-Arten sowie aller Orchideen-Arten. Orchideen wurden miterfasst, weil alle Arten schweizweit geschützt sind. Bei allen Rote Liste-Arten wurden die Fundorte vermessen und die Bestände erfasst. Pflanzensoziologisch wurden die verschiedenen Pflanzengemeinschaften des Untersuchungsraums identifiziert und in ihrer Verbreitung und Qualität beschrieben.


Resultate der Analyse


Bolzern und Danner fanden im Untersuchungsgebiet zehn Arten aus der aktuellen Roten Liste. Ihre Fundorte liegen alle im nördlichen Teil: entweder im Hangbereich oder in der Auen- und Flachmoor-Ebene. Von herausragender Bedeutung ist das Vorkommen der gefährdeten Sparrigen Binse (Juncus squarrosus). Sie ist auf einer Gesamtfläche von rund 150 Quadratmetern anzutreffen und wird stellenweise von anderen Rote Liste-Arten begleitet. Auf Stufe Vegetation liessen sich insgesamt 37 verschiedene pflanzen-soziologische Verbände identifizieren (gemäss Delarze et al.). Von diesen sind 23 in der aktuellen Roten Liste der Lebensräume der Schweiz aufgeführt, das ist eine eindrückliche Menge.

Übersicht.Rote Liste-Arten

Artname DeutschArtname LateinischRote Liste-Status
Kurzgranniger FuchsschwanzAlopecurus aequalisVerletzlich (VU)
Geknieter FuchsschwanzAlopecurus geniculatusVerletzlich (VU)
Scheiden-WollgrasEriophorum vaginatumPotenziell gefährdet (NT)
Sparrige BinseJuncus squarrosusGefährdet (EN)
Rote SchuppenmiereSpergularia rubraPotenziell gefährdet (NT)
Rundblättriger SonnentauDrosera rotundifoliaVerletzlich (VU)
Langblättriger SonnentauDrosera anglicaVerletzlich (VU)
BlutaugePotentilla palustrisPotenziell gefährdet (NT)
Sumpf-LäusekrautPedicularis palustrisPotenziell gefährdet (NT)
Steifer AugentrostEuphrasia strictaPotenziell gefährdet (NT)

Nachgewiesene Arten im untersuchten Areal, mit Rote Liste-Status RL ≥ NT, gemäss der Roten Liste national 2016 und der Roten Liste regional 2019 (Region Östliche Zentralalpen).


Die Auflagen an die Gestaltung und die Bewirtschaftung dieser naturschutzfachlich wertvollen Flächen wurden bereits bei Planungsbeginn des Golfareals im Jahr 2007 von der Fachkommission Ökologie festgelegt. Als Fazit lässt sich feststellen, dass im Vergleich zu früheren Untersuchungen keine der naturschutzfachlich wichtigen Arten fehlen und dass ein gut etablierter Verbund an prägenden, aber auch an kleinflächigen und seltenen Pflanzengesellschaften besteht.


Andermatt Golf Course


Der 18-Loch-, Par 72-Championship-Golfplatz in Andermatt ist ökologisch angelegt und wird umweltfreundlich betrieben. Er erfüllt oder übertrifft sämtliche Kriterien der World Golf Environmental Organization (GEO) in den Bereichen Naturschutz, Ressourcenmanagement und gesellschaftliche Integration und ist darum bereits seit vier Jahren GEO-zertifiziert. Zudem hat er das Label Swisstainable Leading von Schweiz Tourismus. Fast dreiviertel der Fläche des Platzes sind extensive Landwirtschaft und ökologische Ausgleichsfläche, darunter fällt das kantonale Naturschutzgebiet Bäz. Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die Biodiversität in der Region gestiegen ist, seit der Golfplatz angelegt wurde.

Andermatt Swiss Alps AG – Willkommen zu Hause.

Die Andermatt Swiss Alps AG mit Sitz in Andermatt plant, baut und entwickelt die Ganzjahresdestination Andermatt. Seit 2009 entsteht Andermatt Reuss mit Apartmenthäusern, Hotels und Villen. Zur Andermatt Swiss Alps Gruppe gehören die Hotels The Chedi Andermatt und Radisson Blu Reussen, die Ferienwohnungen Andermatt Alpine Apartments, ein 18-Loch, Par-72 Championship Golfplatz und die Andermatt Konzerthalle. Mit der Andermatt-Sedrun Sport AG (Bergbahnen Andermatt-Sedrun, diverse Gastronomiebetriebe, Schweizer Schneesportschule Andermatt und Sportshop Gleis 0) und deren Mehrheitsaktionär Vail Resorts, Inc., besteht eine enge Partnerschaft für die Entwicklung der Destination. Vail Resorts, der grösste Skigebietsbetreiber weltweit, und die Andermatt Swiss Alps verfolgen gemeinsam die Vision, The Prime Alpine Destination zu werden. Dabei engagieren sie sich für eine intakte Umwelt, eine lebenswerte Zukunft und ermöglichen künftigen Generationen ein aussergewöhnliches Zuhause. Andermatt Swiss Alps und Andermatt-Sedrun Sport AG beschäftigen in der Hochsaison über 1’000 Mitarbeitende an den Standorten Altdorf, Andermatt und Sedrun.

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